Bronnzell: Resolution des Ortsbeirats zur ehemaligen Mülldeponie

01.12.2016

In der letzten Sitzung am 21. November 2016 verabschiedete der Ortsbeirat Bronnzell eine Resolution an die Stadt Fulda.

Darin werden Fragen und klare Forderungen hinsichtlich einer geplanten Sanierung der ehemaligen Mülldeponie in Bronnzell gestellt:

Resolution

Südlich von Bronnzell, entlang der ehemaligen Straße nach Eichenzell, befanden sich aufgelassene Sandgruben, die nach dem 2. Weltkrieg wieder verfüllt wurden. Neben der Auffüllung mit Erdaushub betrieb dort die Stadt Fulda eine Mülldeponie. Hausmüll und Gewerbemüll wurden dort über einen längeren Zeitraum abgelagert.

Mit Bescheid des Regierungspräsidiums Kassel aus dem Jahre 1993 wurden Teile der oben angeführten altlastenverdächtigen Flächen als Altlast festgestellt. In Untersuchungen wurden erhöhte Schadstoffkonzentrationen im Grundwasser und eine erhöhte Gasmigration festgestellt. Zu einer abschließenden Beurteilung sah sich die Bewertungskommission (28.04.1993) aufgrund der vorliegenden Unterlagen nicht in der Lage.

Die Feststellung der Altlast erfolgte letztendlich aufgrund einer erhöhten Gasmigration als wesentliche Beeinträchtigung des Wohls der Allgemeinheit. Darüber hinaus wurde die Altlast festgestellt, da ansonsten keine Zuschüsse für eine Sanierung hätten beantragen werden können.

Eine Sanierung der ehemaligen Mülldeponie wird durch die Stadt Fulda geplant und vorangetrieben. Den Mitgliedern des Ortsbeirates wurde die Maßnahme durch den Stadtbaurat der Stadt Fulda, Herrn Schreiner, am 12.10.2016 erläutert. Nach momentanem Planungsstand soll eine qualifizierte Abdeckung der ehemaligen Mülldeponie erfolgen. Grundlage ist die Errichtung eines Hügels über die gesamte Verdachtsfläche, der sich an der höchsten Stelle ca. 10 Meter über dem Ausgangsniveau erheben wird. Um das Einsickern von Oberflächenwasser zu verhindern, werden die oberen 2-3 m des Hügels als Sperrschicht mit definiertem Aufbau ausgeführt. Anfallendes Oberflächenwasser wird durch Gräben und Mulden von der Fläche abgeführt. Eventuell austretendes Gas soll über definierte Auslässe kontrolliert entweichen. Die Randbereiche der ehemaligen Deponie sollen gesichert werden.

Im Zusammenhang mit der geplanten Sanierung der ehemaligen Mülldeponie erachtet der Ortsbeirat Bronnzell folgende Punkte für wichtig:

    Die Belastungen für Umwelt und Anwohner durch den ehemaligen Deponiekörper bzw. durch dessen Sanierung müssen grundsätzlich so gering wie möglich gehalten werden.
    Es ist aufgrund des zeitlichen Abstandes von 23 Jahren zur Altlastenfeststellung und der zeitbedingten Veränderung des Deponiekörpers eine Neubewertung des Sanierungsbedarfes vorzunehmen.
    Besteht auch heute noch eine Gefahr durch eine erhöhte Gasmigration? Der Stadtbaurat, Herr Schreiner, hat entsprechende Messungen zugesagt.
    Werden auch heute noch Schadstoffe in das Grundwasser in schädlichem Umfang eingetragen?
    Welche zusätzlichen Risiken bestehen durch den sanierungsbedingten Eingriff in den Deponiekörper? (Umlagern von Material, anaerobe Verhältnisse werden beseitigt)
    In einem transparenten Verfahren sollte, von Seiten der Stadt Fulda und den zuständigen Behörden, eine Güteabwägung vorgenommen werden, ob die Sanierungsbedürftigkeit in der bisher geplanten Form noch weiter vorliegt.

Falls von Seiten der Stadt Fulda und den Planungsbehörden an der Notwendigkeit der Sanierung festgehalten wird, fordert der Ortsbeirat Bronnzell:

    Es ist zu überprüfen, ob durch eine angepasste Planung die Größenordnung der Baumaßnahme verringert werden kann (Verringerung der Höhe des Hügels, Verringerung des Bauvolumens).
    Die Beeinträchtigung der Anwohner während der Bauphase ist so gering wie möglich zu halten.
    Insbesondere Emissionen, die beim Öffnen des Deponiekörpers, beim eventuellen Umsetzen und beim Modellieren des Deckels entstehen, sind zu minimieren.
    Zum Auffüllen bzw. Modellieren des Hügels darf nur Material verwendet werden, das maximal der Klasse Z1 entspricht.
    Die Anfuhr des zur Sanierung benötigten Materials darf nicht durch die Ortslage Bronnzell erfolgen. Auch die abfahrenden Fahrzeuge dürfen die Ortslage Bronnzell nicht benutzen.
    Es ist sicherzustellen, dass das abfließende Oberflächenwasser auch bei Starkregenereignissen keine Beeinträchtigung der Anwohner verursacht, da ca. 2/3 der anfallenden Wassermengen in den Vorfluter Richtung Ortslage Bronnzell abgeleitet werden.
    Darüber hinaus ist nachzuweisen, dass das Kanalsystem die anfallenden Wassermengen problemlos aufnehmen kann.
    Die Einhaltung der Vorgaben ist von unabhängiger Stelle zu kontrollieren und zu dokumentieren.